Positionen des VEZ

Der VEZ und seine Mitglieder befürworten ein kostengünstiges, universell einsetzbares und sicheres Volkszahlungsmittel, mit dem ICT-basierte Kaufs-/Verkaufstransaktionen abgewickelt werden können. Die Kosten müssen verursachergerecht und im Quantitativen nachvollziehbar überwälzt werden. Die dank gesteigerter Volumina realisierten Skaleneffekte müssen sich zwingend in tieferen Transaktionskosten niederschlagen.

Angesichts der Duo- und Oligopole auf Seiten der Kartenorganisationen und der Kartenherausgeber ist es notwendig, die Kostenstrukturen regelmässig zu überprüfen, um das Entstehen von Monopolrenten zu verhindern. Diesbezüglich kommt den Wettbewerbsbehörden des In- und Auslandes eine herausragende Stellung zu.

Der VEZ plädiert deshalb

  • für die Abschaffung der Interchange Fee (IF) auf Kreditkarten, weil die Kreditkarten-Issuer mit den durch die Kreditkarten generierten anderen Einkommensströmen (Kreditgeschäft, Währungsgeschäft etc.) die Netzkosten mehr als decken,
  • für das Verbot neuer Gebühren, die auf den Transaktionen von Debit- und Kreditkarten erhoben werden,
  • für einen stärkeren Wettbewerb unter den Kartenorganisationen, Issuern und Acquirern,
  • für eine verursachergerechte Mit-Kostentragung durch den Endkunden, der in hohem Masse von der ihm durch die Debit- und Kreditkarten verschafften Convenience im Zahlungsverkehr profitiert,
  • bei der Gerätebeschaffung am Point of Sales (POS) für genügend lange Investitionszyklen zugunsten des Handels, der für die gesamten Aufwendungen aufkommen muss.

Interchange Fees (IF)

Die Interchange Fee (IF) ist eine auf der Kreditkarten-Transaktion erhobene, volumenabhängige Gebühr (Erhebung «ad valorem»), die vom Acquirer erhoben wird und dem Issuer zugute kommt. Ursprünglich wurde sie mit den Netzwerk-Kosten begründet.  Die IF ist seit langem Gegenstand mehrerer Verfahren vor Wettbewerbsbehörden des In- und Auslandes (EU, USA). Aus Sicht des Handels dient die IF in den meisten Fällen der Verbesserung der Marge der Issuer und lässt sich kostenmässig nicht bzw. kaum begründen. Im Verlauf der letzten Jahre konnte die IF in der Schweiz kontinuierlich gesenkt werden, dies auf Veranlassung der Wettbewerbskommission und auch auf Druck des Handels hin; aktuell beläuft sich die IF auf Kreditkarten im gewichteten Durchschnitt auf  rund 0.7%. Eine weitere Senkung per August 2017 auf 0.45% ist beschlossen. In der EU gilt ein Höchstsatz von 0.3%.

Auf Debitkarten-Transaktionen werden heute wohl Verarbeitungsgebühren, nicht jedoch IF erhoben – zumindest in der Schweiz nicht. Eine Ausnahme bilden neue Kartenprodukte, wie V Pay, für die eine zeitlich und umfangsmässig begrenzte IF gilt.   

Andere Gebühren

Beim Endkonsumenten fallen die Jahresgebühren der Debit- und Kreditkarten an. Transaktionen im Ausland lösen sodann zusätzliche Bearbeitungsgebühren aus, die ebenfalls dem Endkonsumenten belastet werden.

Die Kosten der Datenübermittlung vom Händler zum Acquirer trägt in der Regel ebenfalls der Händler.

Andere Gebühren verteuern über die IF hinaus die kartenbasierten Transaktionen: So erhebt MasterCard auf der Debitkarte Maestro zwei Gebühren zur Finanzierung von Marketingmassnahmen und zur Abgeltung von Lizenzrechten. Auch dagegen wehrt sich der Handel.

Gesamtkosten der Debit- und Kreditkarten

Auf jeder Kreditkarten-Transaktion zahlt der Händler dem Acquirer eine «Merchant Service Charge» (MSC),  die prozentual auf dem Transaktionsbetrage berechnet wird. Die MSC beinhaltet nicht nur die erwähnte IF, sondern deckt die Kosten der Verarbeitung der Transaktion. Die Höhe der MSC ist abhängig von der Branche und von der Grösse des die Karte akzeptierenden Unternehmens. Generell beträgt sie einen Prozentsatz im einstelligen Bereich. Die MSC schmälert die Marge des Händlers, weil die Wettbewerbssituation nur in Ausnahmefällen die Überwälzung auf den Kunden erlaubt.

Anders als bei der Kreditkarte sind die Kosten einer Debitkarten-Transaktion nicht volumenabhängig, sondern werden pro Transaktion erhoben  (eine Ausnahme bilden die Gebühren bei Verwendung der Debitkarte im Ausland oder wenn in der Schweiz eine ausländische Debitkarte zum Einsatz kommt: In diesen Fällen wird die Gebühr auf dem Karten-Umsatz berechnet). Die Höhe der Verarbeitungsgebühr ist wiederum abhängig von der Branche und dem die Debitkarte akzeptierenden Unternehmen. Generell bewegen sich die Gebühren zwischen 10 und 40 Rappen/Transaktion.

In beiden Fällen kommen die Kosten der Datenübermittlung hinzu, die im Normalfall ebenfalls zulasten des Händlers gehen.